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Lawinengefahr Annapurna circuit Ende Februar

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  • Lawinengefahr Annapurna circuit Ende Februar

    Hallo liebe Nepalfans.

    Wie der Titel schon sagt, würden wir (2 Personen Anfang 30, gut ausgerüstet, Trekkingerfahrung vorhanden) gerne im nächsten Jahr den Annapurna Rundweg bestreiten.
    Leider finde ich zwar viele Informationen darüber, jedoch oft mit völlig unterschiedlichen Aussagen.
    Von: extrem einfach, praktisch dasselbe wie eine Woche vorm Fernseher; bis hin zu: extreme Expedition - nur für Profis, waren bisher gefühlt alle Meinungen vertreten.

    Die Schwierigkeiten möchte ich jedoch hier gar nicht in Frage stellen, ich denke die sind für uns zu bewältigen. Die Frage die sich uns stellt dreht sich eigentlich hauptsächlich um ein (für uns spielentscheidendes) Thema: Lawinengefahr.

    Wer von euch ist denn diesen Trek schonmal gelaufen (evtl. auch Ende Februar- Anfang März) und kann mir bezüglich der Lawinengefahr in diesem Bereich Nepals etwas aus erster Hand erzählen/berichten? Eine erhebliche Lawinengefahr, auch wenn sie nur in kurzen Bereichen des Treks vorzufinden ist, wäre für uns leider ein absolutes no-go, im wahrsten Sinne.

    Bin über jeden Bericht, der mein Bild von diesem Weg etwas vollständiger macht, dankbar.
    Schönes Wochenende und
    Lg

  • #2
    Der annapurna Circuit ist im Gegensatz zum ABC eigentlich kaum lawinengefährdert.Afu jeden Fall deutlich weniger als in den meisten Alpentälern. ich bin die Runde des öfteren seit 1981 gegangen und habe nur einmal ein durch eine Lawine zerstörtes Haus in Yakkarka gesehen. Diesw Lawine war Anfang der 90 Jahre. Der Thorong la ist zwar sehr hoch aber ein eher flacher Pass. Auch bei Neuschnee tut sich da wenig. Eine Ausnahme war der große enorme Schneesturm vor ein paar Jahren in 2014 mit vielen Toten. Die sind aber eher an Kälte und Erschöpfung gestorben. Der Schneesturm war aber ein Nachwehen vom Monsun und ein absolute Ausnaheereignis. Die größte Gefahr leigt in Steinschlag in einem 300 m lang4en Stück kurz vor Thorong Phedi und in der höhenkrankheit, wenn man zu schnell aufsteigen will. Viele info findest du auf meiner seite www.nepal-dia.de
    Gruß Adnrées

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    • #3
      Hallo Andrees!
      Danke für deine schnelle Antwort. Genau nach so einer Beschreibung aus erster Hand hatten wir gesucht. Das klingt schonmal sehr gut.

      Von diesem Unglück 2014 habe ich auch schon viel gelesen. Ich dachte das dabei auch viele die sich bereits am Abstieg vom Thorong La Pass befunden hatten in einer Lawine umgekommen sind?

      Was ich in diesem Zusammenhang auch noch nicht ganz herausfinden konnte: In vielen Diskussionen wird darüber spekuliert, ob nicht die meisten der Verunglückten an diesen Tagen zu schlecht ausgerüstet waren. Doch was bedeutet zu schlecht ausgerüstet in diesem Fall? Turnschuhe? Dünne Wanderhose? Keine Daunenjacke? Mit sehr niedrigen Temperaturen war zu dieser Jahreszeit ja wohl nicht zu rechnen oder? Mich würde interessieren wie der Durchschnittswanderer am ACT ausgerüstet ist. Meine eigene Erfahrung, zB am Abstieg von der Trolltunga in Norwegen, hat mir gezeigt, dass trotz riesiger Warnschilder viele, viele Wanderer mit katastrophaler Kleidung und nicht nennenswerter Kondition in eigentlich alpinem Gelände unterwegs waren.
      Ist damit auch in Nepal zu rechnen oder ist der Otto-normal-Wanderer dort besser ausgerüstet?

      Freue mich über jede andere (oder gleiche) Einschätzung zur Lawinensituation und über jeden Erfahrungsbericht.
      Lg und schönen Sonntag.

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      • #4
        Nun der Schneesturm in 2014 war sicher ein absolut außergewöhnlicher Sturm. Zwar war mit sehr starken Schneefällen in den Bergen gerechnet worden, aber keiner wusste genau wo es runtergehen würde. +/- 100 km. Da in nepal zwar für TIMS viele Geld abkassiert wird, aber es keinen Wetterwarndienst gibt und die Hütten oberhalb von Manang keine Telefonverbindung hatten (keine Ahnung ob es jetzt besser ist) wurden die Leute auch nicht am Aufstieg gehindert. Es war ja morgens noch schön Wetter und dann fing es leicht an zu schneien. ich bin auch schon mal über den TL bei leichtem Schneefall gegangen. Dan entwickelte sich aber das ganz zu einem entsetzlich starken Schneesturm. Die Leute hangelten sich von Markierungs-Stab zu Stab und kamen zum größten Teil in der ersten Teehaus und dann oben im zweiten Teehaus unter. Dort drängten sich dann ca. 40 Leute auf ungefähr 12 qm. und dass auf 5416m. in der Nacht klarte es auf, und der Wirt bot an nach Muktinath abzusteigen. Viele folgten ihm und sind dann unterwegs an Entkräftung und Kälte gestorben. Auf 5000 m ist jedes Hinfallen und Einsinken im Schnee eine enorme Belastung. Einige Träger und Guides sind in ihrem Zelt an Kohlenmonoxyd erstickt, weil sie ihren Kocher zum Heizen benutzt haben. meines Wissens sind an zwei Stellen im Tal von NAAR Phu Menschen in einer Lawine gestorben, aber dort ist auch die Topographie ganz anders. Aber wie gesagt, im März dürfte es so einen Schneesturm nicht noch mal geben, wohl aber schon heftigen Schneefall. Aber da würde es dann am Tilichosee und Naar Phu Tal kritisch und natürlich auf den Bergen aber eher nicht am AC.
        Wenn du ganz sicher sein willst empfehle ich einen GPS-Notrufsender mitzunehmen. Die kosten nicht mal so viel und man kann sie wahrscheinlich gut wiederverkaufen. https://www.forumnepal.info/forum/ma...einzelreisende

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        • #5
          Wenn Du nicht in ein GPS investieren willst, tut's auch einfach Dein Handy. Ich empfehle die App Orux Maps. Das gute an der ist, daß Du Dir aus diversen Online Karten (für Nepal empfehle ich Open Topo Maps) einen selbst definierten Ausschnitt (muss allerdings rechteckig sein) runterladen und lokal speichern kann. Dann lädst Du Dir die GPS Daten vom AC runter - gibts überall im Netz - und Du kannst Dich quasi nicht verlaufen.

          Ich bin übrigens den AC zwei Wochen nach dem Sturm gegangen. Den Thorong La haben wir am zweiten Tag nach der Widereröffnung überschritten, da lag aber noch viel Schnee - zum Teil höher als Kniehoch.
          Vormittags beim Abstieg war das Problem, dass der Schnee an der Oberfläche wegen der kalten Luft auf der Nordseite noch angefroren war und die Belastung von einem Bein getragen hat. Sobald man aber das andere angehoben hat, kracht man wieder bis übers Knie in den Schnee ein und muss bei jedem Schritt das Bein erst wieder aus der Schneematschpampe rausziehen. Der Abstieg nach Ranipauwa war extrem hart.
          Ohne Schnee glaub' ich lauf' ich Dir den Thorong La rückwärts vor'm Frühstück Natürlich völlig übertrieben.

          Wir mussten 2014 dann übrigens über eine akte Lawine drüberkraxeln, die da seit 2 Wochen rumlag. War zu dem Zeitpunkt mehr Dreck und Bäume als Schnee. Das müsste kurz vor Pisang gewesen sein.
          Generell zu Lawinen: Die kommen immer an den gleichen Stellen runter. Immer da, wo es am Hang eine Art Trichter gibt. Wenn ihr also mal in die Situation kommt über eine alte Lawine drübersteigen zu müssen, geht einzeln und zügig drüber. Selbes gilt für die Landslide Area auf dem Weg nach Thorong Phedi,

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          • #6
            Also GPS Gerät ist vorhanden, wie gesagt wir sind gut ausgerüstet und haben auch schon einige Erfahrungen sammeln können (Schottland, Island, Norwegen sowie div. ein bis zweitägige Wanderungen und Schitouren im Alpenraum, allerdings in ungefährlichem Gelände)
            Wovor wir allerdings richtigen Respekt haben sind eben Lawinengebiete. Und wenn ich das so richtig verstehe gibts ja doch einige Stellen an denen immer wieder Lawinen abgehen? Vor allem wenn, wie Andrees schreibt, im Februar noch mit heftigen Schneefall gerechnet werden muss... Selbst wenn wir an den gefährlichen Stellen grossen Abstand halten bräuchte man ja trotzdem schitourentypisch ein Lawinenpieps, Sonde, Schaufel usw.

            Tut mir leid falls sich die Fragen für euch Dortgewesenen blöd oder übertrieben anhören aber ich kann halt das Gelände dort noch überhaupt nicht einschätzen und ich bin halt gern bestmöglich vorbereitet.. :-)

            Kennt ihr lohnende, spannende Alternativen für diese Jahreszeit in Nepal? Für einen ca 18-21 tägigen Trip?

            Lg

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            • #7
              Komplette Lawinenausrüstung mit auf den Annapurna Circuit zu nehmen ist wie ein Wasserwachtschlauchboot mit Außenborder im Nichtschwimmerbecken.
              Es gibt am Annapurna Circuit wirklich sehr wenige Lawinentrichter, die nahe am Wanderweg sind. Wie gesagt habe ich selbst kurz nach dem Jahrhundersturm 2014 nur eine alte Lawine gefunden, die es bis an den Trail geschafft hat.
              Natürlich gab es während des Sturms mehrere Lawinen, aber während eines solchen Sturms kann es Dich überall im gesamten Himalaya erwischen.
              Der Annapurna Circuit ist NICHT gefährlicher als andere Trekkingtouren in Nepal, die in vergleichbare Höhen führen.

              Das Annapurna Base Camp hingegen IST gefährlicher, vor allem zwischen Deurali und MBC. Von daher ist das als Alternative schonmal raus.

              Andere lohnenswerte Trekkinggebiete gibt's viele. Khumbu, Langtang südliche Annapurna (Mardi, Kopra),... aber ganz ehrlich: Ob es hier besonders lawinengefähdete Stellen gibt - keine Ahnung! Nicht bei "normalem" Wetter. Genauso wie der Annapurna Circuit auch keinerlei Lawinengefahr bei "normalem" Wetter aufweist.
              Die einzige Stelle in Nepal über die man wirklich list ist echt die angesprochene Richtung MBC/ABC.
              Für alle anderen Treks wirst Du vermutlich keine verlässliche Info finden, weil wie gesagt "normal" keine Gefahr besteht.

              Also entweder du fährst nach Nepal und siehst wahrscheinlich, dass alles gut ist und kehrst im unwahrscheinlichen Notfall um, oder es wird halt doch der bayerische Wald. =)

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              • #8
                Also erstens, nur damit keiner glaubt ich hätte das wirklich vor: ich würde natürlich keine Lawinenausrüstung zum trekking mitnehmen. Das sollte nur deutlich die Problematik zeigen und wurde ja von Butters ebenso deutlich zurückgewiesen!
                Und zweitens: im bayrischen Wald kann man sich bei entsprechend ungenügender Vorbereitung sicher auch herrlich Verlaufen und in Not geraten.

                Aber das klingt doch alles eigentlich sehr gut. Ich denke wir werdens einfach versuchen und uns für den Fall, dass das Wetter bzw. die Schneelage nicht mitspielt einen alternativen Plan zurechtlegen, vielleicht in etwas tiefer gelegenem Gelände.

                Eine kurze Frage noch an euch, da ihr ja offensichtlich schon öfter dort wart:
                Unsere (relativ neuen) Schlafsäcke weisen eine Komforttemperatur von -6/-9°C auf. Habe darin auch schon mehrere Nächte bei knapp unter Null im T-shirt bei wohliger Wärme verbracht.
                Meint ihr reichen diese Schlafsäcke für Februar aus (mit Inlay, Decke und Klamotten kann ja doch noch einiges erreicht werden) oder sollten wir wirklich auf die überall propagierten -20° zurückgreifen und uns dementsprechende Schlafsäcke in Kathmandu ausleihen?

                Lg

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                • #9
                  Hallo Wooda, Wärme/Kälteempfindung ist ja ein Stück weit auch individuell unterschiedlich. Mit Deiner geschilderten Erfahrung würde ich sagen dass Dein Schlafsack ausreicht, ein Inlay bringt ja auch nochmal was. Ausserdem gibt es auf em Annapurna Circuit mit Sicherheit in jeder Lodge auch Decken die man zusätzlich nehmen kann!
                  Happy Trails
                  Gruß
                  Klaus

                  Schon gehört..... Mein Buch über Nepal ist auf dem Markt.....
                  "Unter Gebetsfahnen, Trekking und Reiseerlebnisse in Nepal"
                  https://unter-gebetsfahnen.de/

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                  • #10
                    Ich war jetzt schon ein paar Mal im Februar/März trekken.
                    In den letzten Jahren war der Februar sehr schneearm, egal wo ich war, im Annapurna als auch im Everest Gebiet.
                    Im März allerdings wurde das Wetter häufig unkonstant mit teilweise starkem Schneefall und Stürmen.

                    Der Annapurna Circuit ist meines Erachtens recht ungefährlich, was Lawinen betrifft.
                    Eher gibt es da Probleme mit Landslides während des Monsums.

                    Also meines Erachtens braucht man sich dort keinen Kopf machen. Außer den üblichen Vorsichtsmaßnahmen, aufmerksam zu sein, gucken, wo man hintritt und gefährlichere Passagen zügig passieren und auf keinen Fall dort rasten/campen.
                    Steinschlaggefahr besteht außerdem auf dem Weg zum Tilicho Basecamp, ein sehr lohnenswerter Abstecher zum Tilicho Lake.
                    Meiner Meinung nach macht ihr euch fast schon zuviel Gedanken.
                    Viel Spaß, es ist ein super Trek und perfekt für Nepaleinsteiger, die auch ein bißchen Höhenherausforderung suchen.
                    Macht euch lieber Gedanken um die richtige Akklimatisation, Trink-und Ernährungsweise und dass ihr euch keine Erkältung holt, die Luft ist oben kalt und sehr trocken.

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